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Marktkommunikation 2022

Verschiebung auf 1. Oktober 2022

Aktueller Hinweis: Die Bundesnetzagentur hat am 2. Februar 2022 das Inkrafttreten der neuen Marktkommunikationsregeln (Sammelbegriff MaKo 2022) vom 1. April auf den 1. Oktober 2022 verschoben. Sie macht damit von ihrem Ermessensspielraum gebrauch und kommt den Hinweisen zahlreicher Unternehmen entgegen.

Anfrage Offizielle Mitteilung zur Verschiebung auf den 1. Oktober 2022

Was ist die MaKo 2022?

Ab 1. Oktober 2022 gelten neue Regeln für die Marktkommunikation, die die BNetzA im Festlegungsverfahren zur Weiterentwicklung der Netzzugangsbedingungen Strom, mittlerweile bekannt als „Marktkommunikation 2022“, festgelegt hat. Das Ziel der MaKo 2022, nämlich das Voranbringen von Digitalisierung und Automatisierung unseres Energiesystems und damit die Steigerung von Effizienz und Abwicklungsgeschwindigkeit bei allen Marktakteuren, ist zu begrüßen.

Die MaKo 2022 bringt umfangreiche Änderungen in bestehenden Prozessen der GPKE und WiM Strom sowie zusätzlich komplett neue Prozesse. Außerdem gibt es in den Prozessen der MPES und MaBiS kleinere Anpassungen und Präzisierungen.

Alle Marktrollen im Bereich Strom in unterschiedlichem Umfang, insbesondere die Marktrollen Netzbetreiber (NB), Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), Lieferant (LF), Bilanzkreisverantwortlicher (BKV) und Messstellenbetreiber (MSB).

Nennenswerte Eckpunkte sind insbesondere:

  • Einführung der neuen Marktrolle Energieserviceanbieter ESA (siehe nächster Absatz)
  • Einführung eines elektronischen Preisblatts
  • Austausch von Kommunikationsdaten via EDIFACT (neues Format PARTIN)
  • Elektromobilität: Schaffung eines bilanziellen Netzzugangs an Ladepunkten
  • Digitalisierung und Standardisierung des Prozesses zur Unterbrechung und Wiederherstellung der Anschlussnutzung (GPKE)
  • Konkretisierung der Tranchen-Definition mit Auswirkung auf bisherige 100-%-Tranchen (MPES)
  • Austausch von Zählzeitdefinitonen (GPKE)

Weitere Informationen im energate-Interview mit Markus Rahe, Bereichsleiter bei KISTERS

In Zukunft wird sich der Wettbewerb am Messplatz weiter verschärfen. Denn ab 1. April 2022 dürfen Energieserviceanbieter (ESA) über standardisierte Prozesse und EDIFACT-Kommunikation die vom Anschlussnehmer gewünschten Daten abrufen und analysieren, um sie z.B. für Mehrwertdienste zu nutzen (das Einverständnis des Anschlussnehmers vorausgesetzt).

Für Energieversorgungsunternehmen (EVU) hat die Einführung der ESA im Wesentlichen zwei Konsequenzen:

  1. Der operative Aufwand auf Seiten der MSB wird stark ansteigen. Denn mit den ESA muss ein kompletter Bestell- und Datenversandprozess über EDIFACT standardisiert und korrekt abgewickelt werden. Das wird entweder eine automatisierte Software-Lösung für MSB oder viel Personal erfordern. Der Aufbau eines automatisierten MSB-Cockpits die langfristig kosteneffizientere Option.
    Mehr zum MSB-Cockpit
  2. Außerdem entsteht eine stärkere Konkurrenzsituation am Kunden durch ESA und branchenfremde wMSB. Sie werden möglicherweise ihr Handlungsfeld ausdehnen und Schritt für Schritt weiter in den ursprünglichen Zuständigkeitsbereich der EVU eindringen und deren Kunden – sowohl Industrie und Gewerbe als auch private – abwerben.

Deshalb sollten die klassischen Markt-Player jetzt ihre Chance nutzen, Kundenbeziehungen zu pflegen und zu erhalten, indem sie ihren Mehrwert gegenüber den ESA herausstellen. Das bedeutet auch, sich ggf. frühzeitig selbst als wMSB aufzustellen.
Mehr im Fachartikel (pdf)

Wichtige Voraussetzungen im Allgemeinen, damit Prozesse automatisiert und reibungslos ablaufen können, sind eine sehr hohe Datenqualität sowie die zeitnahe Erhebung und fristgerechte Weiterverarbeitung und Verteilung der Daten. Und in Zukunft werden Digitalisierung, Automatisierung sowie ein immer enger getakteter regelkonformer Datenaustausch noch stärker gefordert (und auch seitens der BNetzA kontrolliert) werden. Massendatenfähige IT-Systeme unterstützen dabei, Prozessabläufe und Datenqualität im Griff zu haben sowie die Prozesskosten im laufenden Betrieb zu senken.

Je frühzeitiger die EVU dieser Entwicklung Rechnung tragen und ihre Strategie danach ausrichten, desto leichter fällt ihnen die schrittweise Anpassung und der Prozesse. Evolution statt Revolution. KISTERS-Software unterstützt ihren Weg.